Arco näher zu beschreiben hieße tatsächlich Eulen nach Athen tragen. Seit über 30 Jahren ist dieser kleine mediterrane Ort, einige Kilometer nördlich des Gardasees gelegen, ein absoluter Hot Spot für Kletterer und Mountainbiker. Ja, und natürlich auch für die Liebhaber der Eisenwege, sprich Klettersteige, sind Arco und Umgebung selbstverständlich immer eine Reise wert.

Klettersteige gab es hier in der Region schon seit dem Ersten Weltkrieg, für touristische Zwecke schon seit Jahrzehnten. In den letzten Jahren kamen einige neue Projekte dazu und einige Klassiker wurden großzügig saniert.

Seit vielen Jahren haben wir von Laserer alpin mittlerweile auch unsere Liebe für Klettersteige entdeckt und führen in regelmäßigen Abständen Klettersteigwochen in der mediterranen Umgebung von Arco durch.

Wir waren diesmal eine bunt zusammengewürfelte Gruppe und so machten wir uns gleich am ersten Tag zu Fuß von unserem Hotel auf, um den einfachen Klettersteig auf den berühmten Kletterberg Collodri zu begehen. Keine Angst, der Klettersteig geht nicht durch die senkrecht bis überhängenden Felswände direkt zum Gipfel. Die Route führt über mäßig geneigtes Gelände und mit einigen Quergängen in die Scharte zwischen Collodri und Rupe Secca. Da dieser Klettersteig zu den leichtesten der Region gehört, eignet er sich bestens als erste Tour um sich an die Verhältnisse und Schwierigkeiten langsam heran zu tasten.

Am Nachmittag machten wir dann einen kleinen Ausflug zum Kunstklettersteig in Tione. Dieser interessante Klettersteig beginnt genau bei einem Klettergarten und geht dann meist waagrecht über kleine Pfeiler und über Schluchten hinweg. Insgesamt findet man – wenn man genau schaut – rund 30 Kunstwerke entlang des Steiges. Man kann so Klettern mit Kunstgenuss verbinden.

Der nächste Tag sah uns bereits sehr früh in der imposanten Schlucht des Rio Sallagoni. Wir hatten Glück und der Wasserstand des kleinen Baches war niedrig genug, sodass wir ohne nasse Füße zu bekommen zum Einstieg kamen. Der Klettersteig selbst wurde toll saniert und führt durch wirklich eindrucksvoll ausgewaschene Felsformationen. In der Mitte,  nach einer kleinen Erweiterung der Schlucht gibt es eine spannende Seilbrücke bevor es gegen Ende nochmal eng, sehr eng wird.

Bei einer Woche in den Klettersteigen um Arco darf natürlich der berühmt berüchtigte Klettersteig oberhalb des kleinen Bergdörfchens Mori nicht fehlen. Seinen Ruf verdankt dieser Klettersteig hoch über den Dächern von Mori dem überhängenden Routenverlauf und den wirklich sparsam gesetzten Trittstiften und Bügeln. Mit der Zeit wurde der Fels dort vom Angstschweiß der vielen Kletterer regelrecht blank poliert und in der Folge kam es natürlich zu entsprechenden Unfällen. Eine Sperre und darauf folgender Sanierung waren die Folge. Für uns ist der berüchtigte Klettersteig mit nun viel mehr Trittstiften und Bügeln so entschärft, dass er vernünftig und auch sicher begangen werden kann. Ein Erlebnis der Superklasse bietet die Route mitten durch die gelben Überhänge immer noch.

Landschaftlich bietet die Ferrata dell’Amicizia oberhalb von Riva natürlich ein tolles Highlight. Zwei Dinge darf man hier nicht unterschätzen, zum Einen die Länge mit Abstieg, und zum Anderen die Menschenmassen, wenn man zur „üblichen“ Tageszeit am Vormittag zur Tour startet. Wir begannen unseren Bergtag daher extra früh. Damit stellten wir sicher, dass wir niemand vor uns hatten und so vor dem gefürchteten Steinschlag sicher sein konnten, und konnten noch vor der großen Nachmittagshitze wieder das Tal erreichen. Die endlosen Leitern, die scheinbar direkt über dem Wasser des Gardasees über hunderte Höhenmeter höher leiten, erfordern dann trotzdem noch einiges an Gewöhnung. Manche biegen sich ganz schön durch und das Umsteigen auf die nächste Leiter ist manchmal ganz schön „ausgesetzt“.

Natürlich machten wir abends die Innenstadt von Arco „unsicher“ und so manches der vielen Bergsportgeschäfte freute sich über den zusätzlichen Umsatz durch unsere Gruppe. Last but not least ist noch das gute italienische Essen mit Wein zu erwähnen, die uns die ganze Woche in einen echten Genussurlaub verwandelten.