Besteigung Mount Vinson

Mt.Vinson Gipfel

Der Mount Vinson ist die höchste Erhebung in den Ellsworth Mountains im Westen der Antarktis. Die Entfernung zum Südpol beträgt etwa 1.200 km. Der Berg wurde nach dem Amerikaner Carl Vinson, einem Förderer der Antarktis- Forscher, benannt. Die Erstbesteigung erfolgte durch eine Expedition des American Alpine Club 1966.
Man erreicht den Mt. Vinson von der Südspitze Südamerikas: Von Punta Arenas fliegt man zur Station Union Glacier und von dort weiter ins Basislager. Besteigungszeit ist der antarktische Sommer von Dezember bis Jänner.
Die technischen Schwierigkeiten sind etwa mit denen des Mont Blanc vergleichbar, eine Herausforderung sind allerdings die klimatischen Bedingungen. Hier unterstützt dich – ähnlich wie beim McKinley – unser gutes Know-how auf diesem Gebiet.
Da auf diesem Berg die gesamte Expeditionsausrüstung selbst transportiert werden muss, ist eine hervorragende körperliche Verfassung unerlässlich.
Eine einmalige Entschädigung für die hohen Kosten und die Kälte sind allerdings die faszinierenden Eindrücke, die du von dem eisbedeckten Kontinent mitnehmen kannst.

Kommende Termine

Es gibt derzeit keine anstehenden Veranstaltungen.

Die Antarktis ist dreimal so groß wie Europa. Entsprechend verschieden sind natürlich auch die klimatischen Vorgaben. Im antarktischen Frühling, also November bis in den Dezember hinein, ist es auf der antarktischen Halbinsel relativ warm. Man kann in normaler Skibekleidung, also wie in den Alpen, Skitouren gehen. Gegenüber der Südspitze Südafrikas liegt Dronning Maud Land. Hier kann es im antarktischen Sommer im Jänner so warm werden, dass die Eis-Landepisten für die Flugzeuge zu weich zum Landen werden. Manchmal kann man auch in der kurzen Hose Fußball spielen, wenn es das Wetter zulässt.

Der Südpol hingegen, im Zentrum des eisigen Kontinents gelegen, befindet sich auf rund 3600 m Höhe. Natürlich herrschen dort völlig andere Bedingungen als an der Küste.

Der höchste Berg des antarktischen Kontinents, der Mt. Vinson, liegt in den Ellsworth Mountains im Landesinneren. Das Basislager ist mit rund 2300 m noch nicht all zu hoch. Der Gipfel, die höchste Spitze des Kontinents, liegt aber doch auf 5030 m Höhe. Vor allem bei schlechten Wetterbedingungen, oder wenn einer der berüchtigten Stürme aufzieht, kann es da schon wirklich kalt werden. Mit unter minus 40 Grad C muss man dann schon rechnen, hingegen kann es in der Sonne so warm sein, dass man ohne Handschuhe und nur mit Fleece- und Gore Jacke unterwegs ist.

Früher konnte man diesen abgelegenen Gipfel kaum erreichen. Heute gibt es eine kleine, aber intakte Infrastruktur. Es ist möglich halbwegs regelmäßig von Punta Arenas, im Süden Chiles, mit einer Iljuschin 76 auf das Blankeis-Flugfeld am Union Glacier zu fliegen. Früher musste man über die blank gefegten Gletscher von Patriot Hills fliegen, was sehr oft mit Windproblemen und daraus resultierenden zeitlichen Verzögerungen verbunden war.

Vom Camp am Union Glacier fliegt man mit einer kleinen Twin Otter  ins relativ nahe Basislager. Hier landen die Flugzeuge auf Skiern im Schnee. Für eine Besteigung muss man dann rund eine Woche Zeit einplanen, wenn das Wetter gnädig ist. In so extremen Gegenden, wie am höchsten Berg der Antarktis, ist natürlich auch jederzeit die Möglichkeit gegeben, in einen Wettersturz zu geraten. Dann kommt es auf Erfahrung und perfekte Ausrüstung an.

Üblicherweise werden für die Besteigung ab dem Basislager ein „Low Camp“ und ein „High Camp“ bezogen. Bis ins „Low Camp“ hat sich die Verwendung von kleinen Plastik Schlitten für das Gepäck bewährt. Der Aufstieg ins „High Camp“ führt dann über eine circa 30 – 40 Grad steile Schneeflanke, meistens gibt es da sogar ein Fixseil. Das „High Ccamp“ liegt dann auf einem  kleinen Plateau direkt hinter der Gratkante mit herrlichem Ausblick auf den Mt. Shinn, Mt. Gardener und unendlich viele weitere Gipfel.

Bei einer Besteigung des Mt. Vinson muss man allerdings berücksichtigen, dass aufgrund der enormen südlichen Breite die Anforderungen an die Akklimatisierung auch viel größer sind. Soll heißen, dass man sich besonders sorgfältig akklimatisieren muss. 5000 m in Polnähe ist völlig was anderes als 5000 in Äquatornähe.

Besonders fällt diese Tatsache bei der Gipfeletappe auf. Vom „High Camp“ steigt das Gelände nur leicht an und vor dem Gipfelaufbau ist ein riesiges Plateau zu überqueren. Interessanterweise sinkt die Temperatur an den letzten hundert Höhenmetern noch einmal signifikant ab.

Der Blick vom Gipfel auf die Berge der Umgebung und vor allem hinaus auf die unendliche Weite des Eises entschädigt für vieles. Man kann sich hier wirklich bildhaft vorstellen, wie es in Europa bzw. den Alpen zur Eiszeit ausgesehen hat.

Der Abstieg vom höchsten Gipfel der Antarktis vollzieht sich klarer weise deutliche schneller als der Aufstieg. Vor allem die Höhe merkt man beim Bergabgehen viel weniger stark. Das weite Plateau ist rasch überquert und nach einer weiteren Nacht im „High Camp“ wird am nächsten Morgen meist gleich bis ins Basislager abgestiegen.

Die vielen perfekten Skitourengipfel zwischen Basislager und Union Glacier Camp laden förmlich zu einem Verlängern des Aufenthaltes am kältesten Kontinent ein.