Eigentlich ist es völlig egal, wie man nun den höchsten Gipfel Afrikas schreibt. Für viele Menschen ist dieser Gipfel ein lohnendes Ziel, für Bergsteiger und Wanderer d a s Ziel schlechthin. Es gibt nur wenige Berge auf der ganzen Welt, wo man technisch so einfach in so große Höhe hinauf wandern kann, und dann noch dazu einer der Seven Summits, der höchsten Gipfel aller Kontinente.

Die Höhe ist mit 5.895m doch schon sehr nahe an der 6.000er Grenze. Um in dieser Höhe noch nicht krank zu werden, ist eine ausreichende Akklimatisierung unbedingt notwendig.

Der Kili ist ein Gebirgsstock, vulkanischen Ursprungs, der insgesamt rund 60 km von West nach Ost reicht. Auch die Umgebung, um den weltbekannten Talort Arusha, liegt schon relativ hoch. Von der auf ca. 1.800m hoch gelegenen Hauptstadt Kenias, Nairobi, kann man mit dem Auto in einigen Stunden Fahrt das Land der Massai an der Grenze zwischen Kenia und Tansania erreichen. Früher war das Verhältnis der beiden Staaten angespannt und es war gar nicht so einfach in Namanga über die Grenze zu wechseln. Autos durften nicht passieren, und Touristen mussten ihr Gepäck durch das Niemandsland in glühender Äquatorsonne zum nächsten Bus schleppen. Heute ist die Straße wirklich gut ausgebaut und es ist kein Problem völlig normal über die Grenze zu fahren.

Westlich des Kilimanjaros ist die Landschaft geprägt von vielen kleinen Sekundär-Vulkanen und mit dem Mt. Meru steht hier wie ein erloschenes riesiges Mahnmal. Dieser Vulkan ist 4.565m hoch, und überragt alle Berge nach Westen. Im Osten steht natürlich mächtig der wesentlich höhere Krater des Kibos direkt vor den Augen. Dieser Mt. Meru bietet sich förmlich an, ihn zur Vorbereitung auf die große Höhe zu besteigen. Vom malerischen Arusha Nationalpark mit seiner eindrucksvollen afrikanischen Tierwelt geht es anfangs durch lichten Wald, begleitet von Zebras und Giraffen in einer schönen Wanderung in 4 – 6 Stunden zur ersten Hütte. Die Miriakamba Hut liegt auf 2.514m. Sinnvollerweise übernachtet man hier um sich so die erste wichtige Akklimatisierung zu holen. Am nächsten Tag wandert man in rund 3 – 4 Stunden weiter zur Saddle Hut auf 3.500 m gelegen. Hier bietet es sich an, dass man den 3.800m hohen „Little Meru“ besteigt. Gesamt sind also für eine Besteigung des Mt. Meru rund vier Tage notwendig.

Nach einem erholsamen Tag im Hotel ist man nun bestens für eine Besteigung des Kilimandscharo vorbereitet. Dazu bieten sich verschiedene Routen an. Es gibt im wesentlichen mittlerweile zwei „Normalwege“: die Marangu Route führt von Marangu zuerst durch einen schönen Wald zu den Mandara Hütten  und am nächsten Tag durch die Heidezone zu den über der Vegetation liegenden Horombohütten auf rund 3.800m. In einem weiteren Tag über den wüstenartigen Kibo Sattel wird die Kibo Hut auf 4.800m erreicht. Bereits um ein Uhr nachts beginnt man üblicherweise mit dem Aufstieg, um zu Sonnenaufgang den Kraterrand am Gilman‘s Point zu erreichen. Fühlt man sich gut – was angesichts der Höhe und der Kälte – nicht selbstverständlich ist, kann man entlang des Kraterrandes den höchsten Punkt, den Uhuru Peak in einer weiteren Stunde erwandern.

Der zweite Normalweg am Kilimanjaro ist die Machame Route. Diese führt etwas weiter westlich vom Dorf Machame aus auf den Berg. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass man auf der Machame Route in Zelten übernachten muss. Der Andrang ist jedoch so groß, dass man die guten Zeltplätze vorher reservieren muss. Auch ist es nicht jedermanns Sache, im Urwald, wo es täglich zu Regengüssen kommen kann, im Zelt zu schlafen. Ist man jedoch entsprechend ausgerüstet und hat den richtigen Partner, so ist die Machame Route sicher eine interessante Alternative.

Am ersten Tag sind vom Machame Gate auf 1.840m bis zum Machame Camp auf 2.980m 1.100 Hm zu überwinden. Dafür benötigt man üblicherweise ca. 6  – 7 Stunden.

Vom Machame Camp zum Shira Camp auf 3.830m im Westen des Kiobkraters gelegen sind es dann 890 Hm und 7 km, wofür 5- 6 Stunden veranschlagt werden.

Der  nächste Tag bringt dann den interessanten südlichen Cirquit vom Shira Camp zum Barranco Camp. Dabei werden 700 Hm aufgestiegen, aber 600 Hm wieder ab. Das Barranco Camp liegt auf 3.950m. 6 – 7 Std.

Vom Barranco Camp steigt man zum Barafu Camp auf 4.600m auf. 7 – 8 Stunden. Vom Barafu Camp startet man dann den Gipfel Tag zum Uhuru Peak. Dieser Tag gestaltet sich inklusive Abstieg bis zum Mweka Camp auf 2.850m als echter Hammertag, mit ca. 14 Stunden Gehzeit. Aufstieg ca 1.295m , Abstieg 3.045 m und 19 km Strecke.

Von Mweka zum Mweka gate sind es dann nochmals 1.050 Hm und 10 km was man in rund 3 – 4 Stunden bewältigen kann.

Bei dieser Kombination steigt man die Mweka Route ab, was sicherlich die interessante Möglichkeit bietet, zwei Routen bei einer Tour kennen zu lernen.

Neben diesen genauer beschriebenen Routen gibt es noch zwei wirklich alternative Routen, jene von Westen über das Shiro Plateau in den Krater, wobei man eine sicherlich interessante, aber auch harte Nächtigung im Kibo Krater einplanen kann. Dafür ist diese Route jedoch technisch eher anspruchsvoll, da man über einige Felsen in leichter Kletterei II höher steigen muss.

Eine weitere interessante Route führt von Norden über Lemosho auf den höchsten Gipfel Afrikas. Für viele Begeher dieser Route ist dies eine der schönsten auf den Berg. Gilt sie doch als – vor allem im Vergleich zu den vorher beschriebenen Routen – einsam und ursprünglich. Nur auf der Umbwe Route sind noch weniger Bergsteiger unterwegs, diese führt relativ direkt und steil durch den Urwald von Süden auf den Berg.