Es gibt mehrere Möglichkeiten und Routen um König Dachstein aufs Haupt zu steigen. Im Zeitalter des raschen Abhakens wird häufig die lieblose Variante mit Seilbahn und Ratrac Spur bevorzugt. Möchte man sich aber behutsam, sportlich und individuell dem Dachstein nähern, so empfiehlt sich „unsere“ Dachsteinrunde. Dabei verbindet man die Tatsache der Annäherung an den Berg von zwei verschiedenen Seiten mit jener der geringeren „Wetterabhängigkeit“. Man hat tatsächlich an drei verschiedenen Tagen die Chance auf den Gipfel zu kommen.

Wir beginnen unsere gewaltige Runde am anerkannt schönsten See der Welt, dem Vorderen Gosausee. Nachdem die Ausrüstung gescheckt ist wandern wir gemütlich zum Hinteren See, wo wir uns in der idyllisch gelegenen Alm eine kleine Pause gönnen. Danach nehmen wir die steilen Kehren des Weges auf die Adamekhütte unter die „Hufe“. So es das Wetter zulässt und wir willens sind, besteht noch die Möglichkeit die „Schlösslkirche“, eine Höhle in der über Jahrhunderte die geheimen Protestanten des Ortes Gosau ihre verbotenen Gottesdienste abgehalten haben, zu besuchen.

Nach einer angenehmen Nacht und noch angenehmeren Frühstück steigen wir am nächsten Morgen zunächst ein kurzes Stück von der Hütte wieder ab, um dann sogleich um das Schreiberwandeck nach Osten abzubiegen. Der Weg ist jetzt kein Weg mehr im eigentlichen Sinn. Vielmehr handelt es sich zum Großteil um auf kompakte Felsplatten und Karstformationen aufgemalte Markierungen, der „Weg“ besteht also zum überwiegenden Teil aus mehr oder weniger steilen Felsplatten unterbrochen von größeren und kleineren Felsstufen. Das erste Highlight bildet die Hosswandscharte von der es auf der anderen Seite gleich relativ steil hinunter geht, bevor man endlos bis zum Talschluss zurück queren muss. Danach folgt der zweite große Aufstieg auf den Hohen Trog. Im Winter ist das von der Simonyseite her eine bekannte Skitour, jetzt im Sommer ist hier immer sehr, sehr wenig los. Ein paar Drahtseile entschärfen schwierigere Stellen und bald kann man die Hütte sehen. Bis man dann endlich an der gastfreundlichen Simonyhütte ist, zieht sich der Weg dann noch ein gutes Stück.

Am nächsten Tag heisst es dann früh aufstehen. Heute steht der Gletscher und die Überquerung des Dachsteins am Programm. Früh ist deshalb wichtig, um auf dem Gletscher optimale Schneebedingungen zu haben und vor der Meute der Seilbahn Bergsteiger zu sein. Üblicherweise geht sich das wunderbar aus und wir stehen schon relativ früh am Gipfel. Beim Aufstieg handelt es sich um einen leichten Klettersteig. Gab es in jüngster Zeit allerdings Schneefälle, so kann es dann schon sein, dass das Seil noch unter Eis und Schnee liegt und schlagartig können tatsächlich auch in diesem Gelände „ungute“ Situationen entstehen. Gut wenn man dann eine Pickel zur Hand hat und weiss, wie man solche Stellen sicher  überbrücken kann.

Der Abstieg führ t uns dann über den wesentlich leichteren und auch weniger mit Schnee bedeckten Westgrat hinunter auf den großen Gosaugletscher.  Von der Windlucke erreichen wir dann in etwas mehr als eine Stunde die perfekt gelegene Adamekhütte und weiter zum Vorderen Gosausee